Die Centralbibliothek wurde 1905 als Verein gegründet und 1983 in eine Stiftung umgewandelt.
Wohltätige Hamburger machten sich dafür stark und wurden in den ersten Jahren von vielen ehrenamtlichen Kräften, meist Damen der Gesellschaft, unterstützt.
Heute besteht der Vorstand aus Vertretern, die vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V. und dem Stiftungsrat der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖB) vorgeschlagen und von der Kultursenatorin berufen werden. Die Direktorin der HÖB ist stets die 1. Vorsitzende. Die Vorsitzende der Norddeutschen Blindenhörbücherei e. V., die im gleichen Haus wie die CB untergebracht ist, ist 2. Vorsitzende der CB.
Der größte Teil der Aufwendungen wird gedeckt durch einen Zuschuss aus dem Kulturhaushalt der Stadt Hamburg.
Außer diesem Zuschuss hat die CB als sichere Einnahmequelle nur die Miete, die sie von der Norddeutsche Blindenhörbücherei für die Überlassung von Räumen im eigenen Haus in Uhlenhorst erhält und ist stark auf Spenden angewiesen. Das Stiftungsvermögen ist das Grundstück mit dem Haus.
Die CB beschäftigt 8 blinde, sehbehinderte und sehende MitarbeiterInnen auf Voll- und Teilzeitstellen, die in der Geschäftsführung, im Büro und Lektorat, in der EDV-Abteilung, in der Leserberatung, in der Buchproduktion, im Buchversand und in der Buchbinderei tätig sind.
Alle Leute, die Blindenschrift lesen können, beziehungsweise die Blindenschrift lernen wollen.
1825 hat Louis Braille das für Blinde geeignete System der sechs erhabenen Punkte gefunden, das 63 Punktkombinationen zulässt. Heute ist die Braille-Schrift weltweit verbreitet und auch im Computerzeitalter keineswegs unmodern.
In Deutschland leben etwa 155.000 blinde und ca. eine halbe Million hochgradig sehbehinderte Menschen.
Sobald man das erste Mal bei uns ein Buch bestellt, ist man Mitglied ohne finanzielle Verpflichtungen und Formalitäten.
Alles außer dem optionalen Erwerb des Katalogs (siehe weiter unten) ist kostenlos. Wenn Sie zufrieden sind, können Sie uns gerne eine Spende zukommen lassen und uns weiter empfehlen.
Die Centralbibliothek wird derzeit von ca. 800 Personen genutzt. Die meisten wohnen in Norddeutschland, wir haben aber auch Leser aus anderen Bundesländern und sogar aus dem Ausland. Wir versenden überall hin.
Die Centralbibliothek ist eine reine Versandbibliothek. Die Bücher werden schriftlich, elektronisch oder telefonisch bestellt und auf dem Postweg zugesandt und von den Lesern auch auf diese Art zurück geschickt. Da die Post diese "Blindensendungen" kostenlos befördert, entstehen weder für die CB noch für die Nutzer Kosten. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Bücherei ist es sogar sehr erwünscht, wenn die Leser sehr viele Bücher auf einmal bestellen, die ihnen dann nach und nach in gewünschter Anzahl zugesandt werden.
Sie können uns gerne täglich zwischen 7:30 und 15:30 Uhr unter der Telefonnummer
040 - 22 72 86 0 anrufen und uns alles fragen. Freitags aber nur bis 12 Uhr.
Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus Belletristik und populärwissenschaftlichen Sachbüchern zusammen. Man kann die CB eigentlich mit einer kleinen öffentlichen Bücherei vergleichen, obwohl wir logischerweise auf Bildbände, Bilderbücher und andere hauptsächlich visuell wahrnehmbare Bücher verzichten müssen. Eine Ausnahme bilden die Reliefbücher, die vor allem blinden Kindern Strukturen und Proportionen begreiflich machen wollen. Wissenschaftliche Literatur wird in den entsprechenden Universitätsbibliotheken für Sehbehinderte aufbereitet.
Unterscheiden sich die Blindenschriftbücher stark von den herkömmlichen gedruckten Büchern?
Ja, sie sind natürlich viel umfangreicher. Der 1. Teil von "Harry Potter" besteht zum Beispiel in Kurzschrift aus vier Bänden, die jeweils so dick sind wie das Telefonbuch von Hamburg und noch größer. So verwundert es nicht, dass viele Blinde in ihrer Freizeit eher zu Hörbüchern greifen, denn wer möchte schon ein Extragepäckstück nur für seine Literatur mit herumschleppen?
Anders ist auch die Art der Herstellung: Im Gegensatz zu einer "normalen" Bücherei muss die CB einen Teil ihres Bestandes selbst herstellen. Das geschieht auf folgende Arten:
Das ist sehr unterschiedlich. Wenn es computergestützt hergestellt wird, dauert es ca. zwei Wochen bis ein Band fertig ist.
Man beginnt mit der Vollschrift, wenn man die Blindenschrift erlernen möchte. Ein Buchstabe entspricht einem Blindenschriftzeichen. Die Kurzschrift ist viel kompakter und für umfangreichere Schriften geeignet. Man kann sie vergleichen mit Stenografie-Schrift, gebräuchliche Wörter oder Wortbestandteile entsprechen hier einem Blindenschriftzeichen.
Momentan besitzt die CB ca. 6.000 verschiedene Bücher in Kurzschrift und Vollschrift.
Es gibt unsere Kataloge in Blindenschrift für die Bereiche Unterhaltungsliteratur (22 Euro), Sachliteratur (11 Euro), Kinder- und Jugendliteratur (6 Euro) sowie die Vollschrift-Bücher (6 Euro).
Den Katalog mit dem Gesamtbestand können Sie auch in normal gedruckter Schrift erhalten (9 Euro).
Oder Sie laden sich einen digitalen Katalog auf unserer Website kostenlos herunter. Das dazugehörige komfortable Suchprogramm "Blibu" gibt es kostenlos dazu.
Über Neuerscheinungen werden die Leser zu Beginn jeden Jahres kostenlos benachrichtigt, ansonsten kann man sich auch auf unserer Internetseite über neue Titel informieren.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr
© Stiftung Centralbibliothek für Blinde und Norddeutsche Blindenhörbücherei e. V.